ADHS

[manuelleh1:ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)]

Beim Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) handelt sich um eine psychiatrische Störung, die sich typischerweise durch die Symptome Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität und Impulsivität äußert. Diese Symptome müssen bereits vor dem 7. Lebensjahr nachweisbar sein, um die Diagnose ADHS stellen zu können. Bleibt die Symptomatik des kindlichen ADHS bis ins Erwachsenenalter bestehen, ist das Risiko, an einer Alkoholabhängigkeit zu erkranken, drei- bis viermal erhöht.

Definition: Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS)

Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) ist eine psychiatrische Störung mit hoher genetischer Prädisposition. Die typischen Kardinalsymptome, zu denen eine extreme motorische Unruhe (Hyperaktivität), eine gestörte Aufmerksamkeit sowie eine gestörte Impulskontrolle gehören, sind bereits ab dem frühen Kindesalter nachweisbar.

Häufigkeit von ADHS

Etwa 3 bis 5 Prozent aller Kinder sind von der ADHS betroffen, Jungen etwa 3- bis 8-mal so häufig wie Mädchen. Die Symptomatik von ADHS kann in mehr oder weniger starker Ausprägung in bis zu 80 Prozent in die Adoleszenz und in bis zu 65 Prozent ins Erwachsenenalter persistieren. Für Erwachsene werden weltweit Prävalenzraten zwischen 3 und 4 Prozent angegeben.

Symptome der ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)

Die ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) ist gekennzeichnet durch eine extreme motorische (bewegungsbezogene) Unruhe und Getriebenheit, die in vielen Situationen auftritt, z.B. in Form von herumlaufen, reden, lärmen und zappeln. Daneben zeigen die Betroffenen eine gestörte Aufmerksamkeit in Form von extrem leichter Ablenkbarkeit, geringer Konzentrationsfähigkeit und häufigem Wechsel der Tätigkeit. Dazu kommt eine gestörte Impulskontrolle, d.h., die Kinder können sich in jeder Hinsicht schwer „zusammenreißen“ und haben wenig Frustrationstoleranz.

Die Symptome der ADHS beginnen in den ersten fünf Lebensjahren und überdauern zeitlich, bei ca. einem Drittel besteht die Störung auch noch im Erwachsenenalter. Durch die Unaufmerksamkeit kommt es relativ häufig zu Gefährdungen und Unfällen, außerdem bekommen die betroffenen Kinder häufig soziale Probleme, da sie in Konflikte mit Mitschülern, Lehrern etc. geraten. Im Jugendalter verringert sich meistens die motorische Unruhe, während die erhöhte Impulsivität und verringerte Aufmerksamkeit bestehen bleiben, so dass das Risiko für Drogenkonsum, Verkehrsunfälle und Delinquenz erhöht ist.

Typische Symptome des ADHS bei Erwachsenen

Die Symptome des ADHS wurden bereits im 19. Jahrhundert im Zappelphilipp und wissenschaftlich erstmals 1902 durch George Still beschrieben. Er erfasste eine männliche Kohorte, die motorisch unruhig, leicht erregbar und schwer zu steuern war und bezog die Verhaltensauffälligkeiten nicht auf eine mangelnde elterliche Fürsorge, sondern auf Veränderungen in den Gehirnfunktionen und –strukturen.

Neben den bereits genannten Symptomen sind auch Störungen der Emotions- und Affektregulation für das ADHS typisch. Dies äußert sich beispielsweise in Impulsivität, Desorganisation oder emotionaler Labilität mit rasch wechselnden Stimmungen, Wutausbrüchen sowie Planungs- und Entscheidungsschwäche. Da das ADHS in der Regel bereits vor dem 7. Lebensjahr auftritt beeinflussen die Symptome den Entwicklungsverlauf sowie die Lebens- und Alltagsgestaltung der Betroffenen. Nicht selten kommt es zu Beeinträchtigungen in den Bereichen Schule, Beruf, soziales Umfeld, Partnerschaft und Familie in Form von Schul- und Ausbildungsabbrüchen, häufigen Stellenwechseln und Arbeitslosigkeit sowie Störungen der sozialen Beziehungen mit Konflikten mit den Eltern, Gleichaltrigen und in der Partnerschaft.

Begleiterkrankungen des ADHS bei Erwachsenen

Darüber hinaus treten nach der amerikanischen „Comorbidity Survey Replication“-Studie (NCS-R) weitere Achse-I-Störungen, sogenannte Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), bei ADHS in bis zu 46 Prozent der Fälle auf. Insbesondere handelt es sich dabei um affektive Störungen, Suchterkrankungen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen. Auch wurden Zusammenhänge zwischen ADHS und Delinquenz beschrieben. Insgesamt ist bei den Komorbiditätsentwicklungen von Gen-Umwelt-Interaktionen auszugehen, bei denen die Kardinalsymptome des ADHS, Misserfolgserlebnisse im Entwicklungsverlauf (z.B. Schulversagen) sowie psychiatrische Komorbiditäten (z.B. Störungen im Sozialverhalten) als risikopotenzierende Faktoren für süchtige Verhaltensweisen betrachtet werden.

Ursachen der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

Die Herkunft der ADHS ist nicht ganz klar, neben genetischen Faktoren spielen möglicherweise Geburtskomplikationen und Veränderungen im Gehirnstoffwechsel eine Rolle.

Familiäre Häufung und genetische Ursachen von ADHS

Aus Zwillings- und Familienstudien ist bekannt, dass erstgradig Verwandte von ADHS-Betroffenen im Vergleich zu gesunden Familien ein bis zu 6fach erhöhtes Risiko haben, auch an ADHS zu erkranken bzw. dass eineiige Zwillinge mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 90 Prozent beide ein ADHS aufweisen. Dabei entsteht das ADHS wahrscheinlich nicht durch Veränderungen in einem Gen, sondern wird zurückgeführt auf komplexe genetische Veränderungen und Gen-Umwelt-Interaktionen.

Neurobiologische Ursachen von ADHS

Neurobiologisch sind Gehirnregionen betroffen, die die sogenannten Exekutivfunktionen steuern. Betroffen sind insbesondere Regelkreisläufe zwischen frontalen Hirnregionen und Basalganglien sowie zwischen Frontal- und Kleinhirn. Die genetisch prädisponierten Veränderungen führen zu Modifikationen in der Ausschüttung der Katecholamine Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, was bereits in den 90er Jahren mittels Positronen-Emissions-Tomografie als verminderter Glukosestoffwechsel im präfrontalen Kortex bei ADHS-Betroffenen nachgewiesen werden konnte. Es folgten weitere bildgebende Verfahren, die die funktionelle Beeinträchtigung bei ADHS bestätigten, z.B. volumetrische Magnetresonanztomografien, die ein reduziertes Volumen in kortikalen Regionen und im Kleinhirn zeigten sowie der Nachweis einer erhöhten Dopamintransporterdichte in Teilen der Basalganglien.

Neuropsychologische Ursachen von ADHS

Neuropsychologisch sind alle Symptome des ADHS mit Beeinträchtigungen der Exekutivfunktionen vereinbar, die weder dem Alter oder dem Entwicklungsstand, noch der jeweiligen Situation angemessen erscheinen. Dabei handelt es sich insbesondere um eine Störung in kognitiven Kontrollprozessen, die zu einer verminderten Vigilanzleistung, d.h. der Fähigkeit einen aufmerksamen Zustand dauerhaft aufrecht zu erhalten, führt. Darüber hinaus wird auch die Planungsfähigkeit beeinträchtigt, was sich auf die verhaltensgesteuerte Impuls- und Emotionsregulation sowie auch die Bewertung von Prozessen auswirkt.

Zusammenhang zwischen ADHS bei Erwachsenen und Suchterkrankungen

Es existieren verschiedene Störungsmodelle, die zur Entwicklung unterschiedlicher Behandlungsansätze beigetragen haben und einen Ansatz für die Komorbidität mit Abhängigkeitserkrankungen als Impulskontrollstörungen liefern. Nach dem Modell von Barkley ist die Störung der Exekutivfunktionen primär auf eine Störung der Reizinhibition zurückzuführen.

Das kognitiv-energetische Modell nach Sergeant führt die Störung der Exekutivfunktion auf eine mangelnde energetische Regulation von Aktivierung, Anstrengung und Arousal zurück während nach der „Delay-Aversion-Theorie“ von Sonuga-Barke (2005) davon ausgegangen wird, dass die verminderte Fähigkeit zum Aufschub von positiven Verstärkungen die Selbstorganisation beeinträchtigt und zu Symptomen wie Impulsivität, „Sensation seeking“ und Unaufmerksamkeit, insbesondere in Situationen mit geringer oder kurzer Verstärkerintensität, beiträgt. Insbesondere ein hohes „sensation seeking“, also die Suche nach neuen, verstärkenden Reizen („Kick“) wird mit einem erhöhten Risiko für die Suchtentwicklung assoziiert.

Diagnose des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms

Voraussetzung für die Diagnose eines ADHS ist, dass die Symptome in den drei Kernbereichen motorische Hyperaktivität, Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörung bereits vor dem 7. Lebensjahr nachweisbar sind. Demzufolge erfolgt die Diagnosestellung nach ICD-10 (World Health Organization, 1991) oder DSM-IV (American Psychiatric Association, 2000) üblicherweise in der Kindheit.

Diagnosekriterien nach DSM-IV

Unaufmerksamkeit

  • Beachtet häufig Einzelheite nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler
  • Hat oft Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielen aufrechtzuerhalten
  • Scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere sie/ihn ansprechen
  • Hält häufig Anweisungen anderer nicht durch und kann Arbeiten am Arbeitsplatz nicht zu Ende bringen
  • Hat häufig Schwierigkeiten, Aufgaben zu organisieren
  • Hat eine Abneigung gegen Aufgaben, die länger dauernde geistige Anstrengung erfordern
  • Verliert häufig Gegenstände, die sie/er für Aktivitäten benötigt
  • Lässt sich öfter durch äußere Reize ablenken
  • Ist bei Alltagsaktivitäten häufig vergesslich

Hyperaktivität

  • Zappelt häufig mit Händen oder Füßen und rutscht auf dem Stuhl herum
  • Steht in der Klasse oder in anderen Situationen, in denen sitzen bleiben erwartet wird, häufig auf
  • Läuft häufig herum oder klettert exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist
  • Hat häufig Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen
  • Ist häufig auf Achse oder handelt oftmals, als wäre sie/er getrieben
  • Redet häufig übermäßig viel

Impulsivität

  • Platzt häufig mit den Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist
  • Kann nur schwer warten, bis sie/er an der Reihe ist
  • Unterbricht und stört andere häufig

Für die Diagnose eines ADHS müssen jeweils 6 von 9 Symptomen aus dem Bereich Unaufmerksamkeit oder 6 von 9 Symptomen aus den Bereichen Hyperaktivität/Impulsivität in einem dem Alter oder der Situation unangemessen Umfang nachweisbar sein. Darüber hinaus müssen die Symptome zu Beeinträchtigungen in mindestens zwei Lebensbereichen beitragen und dürfen nicht durch andere psychische Störungen, z.B. affektive Störungen oder Störungen im Sozialverhalten, besser erklärt werden. Außerdem müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • a) Symptome treten bereits vor dem 7. Lebensjahr auf
  • b) Die Beeinträchtigungen durch die Symptome sind klinisch bedeutsam mit Auswirkungen z.B. auf die soziale oder schulische Funktionsfähigkeit
  • c) Beeinträchtigung zeigen sich in zwei oder mehr Bereichen, z.B. Schule, zu Hause
  • d) Die Symptome können nicht durch eine andere psychische Störung besser erklärt werden

Erfolgt die Diagnose des ADHS in der Kindheit nicht, so müssen im Erwachsenenalter die Symptome der Kindheit retrospektiv erhoben und muss beurteilt werden, ob die Kriterien bis ins Erwachsenenalter persistieren. Die Diagnostik des ADHS bei Erwachsenen ist aufwändig und orientiert sich an Leitlinien. Die Erfassung des ADHS bei Erwachsenen wird durch das komorbide Auftreten weiterer psychiatrischer Störungen erschwert, da es durch Symptomüberlappungen zu einer erschwerten Abgrenzung der Störungsbilder zueinanderkommen kann.

Wender-Utah-Kriterien des ADHS im Erwachsenenalter

Bei der Diagnosestellung des ADHS bei Erwachsenen spielt neben dem psychopathologischen Befund und den anamnestisch erfassbaren Symptomen auch der Verlauf der Störung eine große Rolle. Hier runden Fremdanamnesen, die Erhebung familiärer Belastungen und weiterer psychischer oder organischer Störungen sowie der eingenommenen Medikamente das Bild ab. Im Entwicklungsverlauf unterliegen die Symptome Modifikationen, sodass die diagnostischen Kriterien allein nicht hilfreich für die Erfassung der Symptomatik des ADHS bei Erwachsenen sind. Hier können die Wender-Utah-Kriterien ein zusätzliches Hilfsmittel darstellen, da sie neben den Kernsymptomen die Veränderungen im Entwicklungsprozess ebenso berücksichtigen wie auch affektive Labilität, Desorganisation oder Überreagibilität, die als zusätzliche Symptome häufig mit einem ADHS vergesellschaftet sind und nicht in den Kriterienkomplex der diagnostischen Manuale aufgenommen wurden.

Unaufmerksamkeit

  • Unvermögen, Gesprächen aufmerksam zu folgen
  • Erhöhte Ablenkbarkeit
  • Schwierigkeit, sich auf schriftliche Texte oder Arbeitsaufgaben zu konzentrieren
  • Vergesslichkeit

Hyperaktivität

  • Innere Unruhe
  • Unfähigkeit sich zu entspannen
  • Unfähigkeit, sitzende Tätigkeiten durchzuführen
  • Dysphorische Stimmungslage bei Inaktivität

Impulsivität

  • Unterbrechen anderer im Gespräch
  • Ungeduld
  • Impulsiv ablaufende Einkäufe
  • Unvermögen, Handlungen im Verlauf zu verzögern

Affektlabilität

  • Wechsel zwischen neutraler, niedergeschlagener und gehobener Stimmung – Dauer von einigen Stunden bis maximal einige Tage

Desorganisation

  • Unzureichende Planung und Organisation von Aktivitäten
  • Aufgaben werden nicht zu Ende gebracht

Mangelnde Affektkontrolle

  • Andauernde Reizbarkeit, auch aus geringem Anlass
  • Verminderte Frustrationstoleranz und kurze Wutausbrüche

Emotionale Überreagibilität

  • Unfähigkeit, adäquat mit alltäglichem Stress umzugehen
  • Erniedrigte Stresstoleranz bei Alltagsanforderungen

Darüber hinaus stehen auch für das Erwachsenenalter standardisierte neuropsychologische und testpsychologische Verfahren, z.B. Wender-Utah-Rating-Scale (WURS), Connor’s-Adult-ADHD-Rating-Scale (CAARS), ADHS-Selbstbeurteilungsskala (ADHS-SB) oder –Diagnosecheckliste (ADHS-DC), zur Validierung der Diagnose sowie zur dimensionalen Erfassung der Schwere und des Ausprägungsgrades des ADHS zur Verfügung.

ADHS bei Erwachsenen und Alkoholabhängigkeit

Langzeituntersuchungen erbrachten Hinweise, dass bei kindlichem ADHS das Risiko an einer Alkoholabhängigkeit im Erwachsenenalter zu erkranken auf den Faktor 3 bis 4 erhöht ist. Liegt zusätzlich noch eine Störung im Sozialverhalten vor, so erhöht sich das Risiko auf den Faktor 5 bis 7. Entsprechend diesem erhöhten Risiko wiesen in epidemiologischen Studien ca. 20 Prozent der Alkoholabhängigen ein kindliches ADHS auf.

Diagnose der Alkoholabhängigkeit

Die Diagnose der Alkoholabhängigkeit gilt nach ICD-10 erfüllt, wenn innerhalb eines Jahres gleichzeitig mindestens 3 der folgenden 6 Kriterien auftreten: Unstillbares Verlangen nach Alkohol (Craving), Verlust der Kontrolle über die Menge oder die Zeit des Konsums, Toleranzentwicklung, Entzugssymptome, fortgesetzter Konsum trotz Nachweises eines psychischen, physischen oder sozialen Schadens, Vernachlässigung von Vergnügen, Interessen oder Verpflichtungen durch den Alkoholkonsum.

Zusammenhänge zwischen ADHS bei Erwachsenen und Alkoholabhängigkeit

Die ätiologischen Zusammenhänge zwischen ADHS bei Erwachsenen und Alkoholabhängigkeit sind bis heute nicht bekannt. Diskutiert wird eine gemeinsame genetische „Endstrecke“, eine fehlgeleitete Selbstmedikation, eine zusätzliche Risikopotenzierung durch Sozialdrift infolge der zahlreichen Misserfolgserlebnisse im Entwicklungsverlauf oder durch komorbide Störungen wie z.B. Störung im Sozialverhalten oder Antisoziale Persönlichkeitsstörung.

Hinsichtlich gemeinsamer genetischer Varianten bei ADHS bei Erwachsenen und Alkoholabhängigkeit ergaben sich erfolgversprechende Kandidatengene im Bereich der monoaminerger Rezeptoren und Transporter.

Nach der Selbstmedikationshypothese dient der Alkoholkonsum dem Ausgleich des angenommenen Transmittersubstanzungleichgewichtes im Frontalhirnbereich und im Bereich der Basalganglien. Dies trägt dazu bei, dass der Probierkonsum durch Aktivierung des Belohnungssystems zu angenehmen Gefühlen führt, die durch Konditionierung zuverlässig mit dem Alkoholkonsum assoziiert sind. Hier sind insbesondere die Kardinalsymptome des ADHS betroffen. Patienten spüren eine Verbesserung der inneren Unruhe, der Aufmerksamkeitsstörung und auch der affektiven Labilität. So entwickelt sich nach einer gewissen Zeit aus dem regelmäßigen Konsum die Abhängigkeit.

Aus eigenen Untersuchungen ist bekannt, dass ADHS bei Erwachsenen mit einem signifikant früheren Beginn spezifischer Symptome der Alkoholabhängigkeit assoziiert ist und dass sich dieses Charakteristikum noch verstärkt, wenn zusätzlich eine komorbide Antisoziale Persönlichkeitsstörung besteht. Dabei ist das Risiko für die Entwicklung der Abhängigkeit nicht substanzspezifisch auf Alkohol beschränkt. Im Sinne der sogenannten „Gateway-Hypothese“ öffnet diese frühe Abhängigkeitsentwicklung zu Alkohol das „Tor“ für den frühen Missbrauch und die Abhängigkeit auch von illegalen Substanzen.

Verlauf und Prognose bei gleichzeitigem Auftreten von ADHS und Alkoholabhängigkeit

Insgesamt ist bei komorbidem Auftreten von ADHS bei Erwachsenen und Alkoholabhängigkeit im Vergleich zu ADHS-negativen Alkoholabhängigen von einem schwereren Verlauf und einer ungünstigeren Prognose auszugehen. Aus diesem Grunde erscheint es sinnvoll, dass die Behandlung des ADHS möglichst frühzeitig einsetzt, um hinsichtlich der Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit bzw. einer Suchtentwicklung präventiv wirksam sein zu können.

Behandlung von ADHS bei Kindern bzw. Erwachsenen

Therapiert wird die ADHS bei Kindern zum einen durch einen konsequenten Erziehungsstil und entsprechende pädagogische Maßnahmen. Daneben kommt häufig als Medikament Methylphenidat (Ritalin®) zur Anwendung, dies wird aktuell als effektivste Behandlungsmethode bei ADHS betrachtet.

Behandlung des ADHS bei Erwachsenen

Die Pharmakotherapie allein bessert in ca. 50 Prozent die Kardinalsymptome des ADHS bei Erwachsenen und kann auch die Stimmungslabilität positiv beeinflussen. Für die Besserung des Zeitmanagements, der Organisation und Planung ist eine zusätzliche Psychotherapie notwendig.

Medikamentöse Therapie des ADHS bei Erwachsenen

Nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen waren nach einer Metaanalyse die Stimulanzien den Nicht-Stimulanzien bzw. Plazebo in der Wirksamkeit auf die Kardinalsymptome überlegen. Die meisten Leitlinien, z.B. Leitlinie ADHS im Erwachsenenalter, NICE-guideline, empfehlen Methylphenidat (MPH) als Mittel der ersten Wahl bei der medikamentösen Therapie des ADHS bei Erwachsenen. Im Tiermodell profitierte der gemischte Typ des ADHS stärker von der MPH-Behandlung als die Subgruppen aufmerksamkeitsgestörter Typ bzw. hyperaktiv/impulsiver Typ. MPH wirkt insbesondere im Limbischen System, aber auch im präfrontalen und somatosensorischen Kortex und dem Locus coeruleus. Es blockiert reversibel den Dopamintransporter und hemmt dadurch die Wiederaufnahme von Dopamin aus dem synaptischen Spalt, scheint aber auch die Noradrenalinwiederaufnahme zu blockieren sowie die präfrontale Azetylchlin- und Histaminausschüttung zu fördern.

Die in den letzten Jahren diskutierten komplexen neurobiologischen Funktionsstörungen in mehreren Transmittersystemen des Gehirns bei ADHS bilden höchstwahrscheinlich die Grundlage dafür, dass beispielsweise auch der selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Atomoxetin in bis zu 50 Prozent eine signifikante Reduktion der Symptome zeigt und in mehreren Ländern demzufolge für die Behandlung des ADHS bei Erwachsenen zugelassen wurde. Erfolgversprechend erscheinen auch Antidepressiva, die den dopaminergen (z.B. Bupropion) oder den serotonergen Hirnstoffwechsel (z.B. Venlafaxin) beeinflussen).

Insgesamt liegen zahlreiche Substanzen vor, die in jedem Lebensalter die Symptome des ADHS lindern können. Zur Prävention weiterer Achse-I- oder Persönlichkeitsstörungen und zur frühzeitigen Abwendung von Misserfolgserlebnissen im Entwicklungsverlauf ist eine frühzeitige medikamentöse Behandlung dringend indiziert. Beispielsweise lässt sich nach Langzeituntersuchungen das durch ADHS auf den Faktor 4 erhöhte Risiko des Auftretens einer Suchterkrankung durch suffiziente Behandlung mit Stimulanzien um den Faktor 2 reduzieren. Obwohl die Studienlage kontrovers ist, kann auch eine im Erwachsenenalter einsetzende medikamentöse Behandlung nicht nur die Kardinalsymptome des ADHS lindern, sondern auch den Verlauf der Abhängigkeitserkrankung positiv beeinflussen und die Compliance für eine psychotherapeutische Behandlung verbessern.

Psychotherapie des ADHS bei Erwachsenen

Komplexe Störungsbilder wie das ADHS bei Erwachsenen erfordern multimodale Therapieansätze, die davon ausgehen, dass mit einer Kombination aus Pharmako- und Psychotherapie die besten Ergebnisse erzielbar sind.

In den letzten Jahren wurden zunehmend sowohl offene klinische Studien als auch randomisierte und nicht-randomisierte Fall-Kontroll-Studien im Gruppen- und im Einzelsetting publiziert. Während der meisten Studien befanden sich die Probanden unter stabiler pharmakologischer Behandlung. Untersucht wurden kognitiv-behaviorale und psychoedukative Therapien sowie an die dialektisch-behaviorale Therapie angelehnte modulare Trainingsprogramme in der Gruppe, achtsamkeitsbasierte Verfahren und kognitive Rehabilitationsprogramme. Stets konnten eine signifikante Verminderung der ADHS-Symptome, eine Verringerung komorbider Symptome, wie z.B. Angst oder Depressionen sowie ein Anstieg der allgemeinen Funktionsfähigkeit nachgewiesen werden.

Gezielte wissenschaftliche Untersuchungen von psychotherapeutischen Verfahren bei ADHS bei Erwachsenen plus Alkoholabhängigkeit im Vergleich zu ADHS bei Erwachsenen ohne Alkoholabhängigkeit liegen bislang nicht vor. Die Untersuchungen zur Pharmakotherapie haben gezeigt, dass sich bei multimodalem Ansatz zwar die ADHS-Symptome verbessern, bei den Abhängigkeitssymptomen jedoch keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielbar waren. So konnte bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Kombination aus pharmakologischer Behandlung und Psychotherapie mit einer signifikanten Verbesserung der ADHS-Symptome und einer signifikanten Reduktion von Craving und die Trinkmengen assoziiert werden, jedoch änderte sich die Anzahl der Trinktage nicht und lagen die Abbruchquoten zwischen 60 und 80 Prozent. Insgesamt ist auch noch offen, wie die multimodale Therapie bei Komorbidität von ADHS und Alkoholabhängigkeit aussehen soll. Moderne Komorbiditätskonzepte gehen von einer parallelen Behandlung beider Störungsbilder aus.

Einzel- und Gruppentherapie der ADHS bei Erwachsenen

Insgesamt sind bei ADHS bei Erwachsenen sowohl gruppentherapeutische als auch einzeltherapeutische Interventionen erfolgversprechend. Welches Setting sich für die Behandlung der Komorbidität von Alkoholabhängigkeit und ADHS bei Erwachsenen am besten eignet, ist noch nicht geklärt. Für die Alkoholabhängigkeit allein haben sich in der Vergangenheit vor allem gruppentherapeutische Verfahren bewährt. Womöglich ist eine Kombinationsbehandlung aus Einzel- und Gruppentherapie bei der Komorbidität sinnvoll. Einen erfolgversprechenden Ansatz im Bereich der Einzeltherapie bei ADHS entwickelten Safren und Mitarbeiter mit einem kognitiv-behavioralen Einzeltraining in 12-15 Sitzungen. Es beinhaltet Techniken zur Organisation und Planung, Reduktion der Ablenkbarkeit, Bearbeitung dysfunktionaler Kognitionen sowie den Umgang mit Prokrastination. In der deutschen Bearbeitung wurde zudem ein Modul zur Affektkontrolle, zum Umgang mit Frustrationen und mit innerer Anspannung integriert, was vor allem für die Behandlung von Suchterkrankungen als hilfreich erscheint.

Zusammenfassend existieren bei ADHS bei Erwachsenen Hinweise, dass die psychotherapeutischen Gruppen- und Einzeltherapien dazu beitragen, automatisierte dysfunktionale Grundannahmen aufzulösen und positive Erfahrungen in der Lerngeschichte zu unterstützen. Entsprechend kontrollierte Studien zur Wirkung psychotherapeutischer Interventionen auf die Prävention als auch auf den Verlauf bei ADHS bei Erwachsenen plus Alkoholabhängigkeit stehen jedoch noch aus.

Fazit zur ADHS bei Erwachsenen und Alkoholabhängigkeit

ADHS bei Erwachsenen und Alkoholabhängigkeit ist eine häufig vergesellschaftete Komorbidität (Begleiterkrankungen). Die Ursachen sind nicht geklärt, jedoch ist davon auszugehen, dass das ADHS bereits in der Kindheit bestand und sich die Alkoholabhängigkeit infolge Gen-Umwelt-Interaktionen entwickelt. Dabei erhöhen negative Erfahrungen und weitere psychiatrische Störungen, wie sie im Entwicklungsverlauf bei ADHS häufig vorkommen, das Risiko für die Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung.

Eine medikamentöse Therapie kann hier das Risiko senken, wie auch insgesamt eine frühzeitige Behandlung des ADHS im Kindesalter als Prävention weiterer psychiatrischer Störungen empfehlenswert ist. Im Erwachsenenalter und insbesondere, wenn bereits ein ADHS plus eine Alkoholabhängigkeit vorliegen, erscheinen multimodale Therapieansätze aus Pharmako- und Psychotherapie am erfolgversprechendsten. Leider ist die Studienlage der Psychotherapie bei Komorbidität noch sehr rar. Die Überprüfung geeigneter Komorbidätskonzepte bei ADHS bei Erwachsenen und Alkoholabhängigkeit steht noch aus.

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Autor:
PD Dr. med. Monika Ridinger

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