Therapie psychischer und psychosomatischer Erkrankungen

Das medizinische Fachgebiet der Psychiatrie beschäftigt sich mit der Behandlung psychischer Erkrankungen. Demgegenüber steht die die relativ junge medizinische Psychosomatik, die sich der Therapie psychosomatischer Erkrankungen widmet. Unter psychosomatischen Erkrankungen versteht man körperliche Erkrankungen, die durch psychische Belastungen ausgelöst wurden. Die Übergänge zwischen den beiden Disziplinen sind dabei fließend.

Frau beim Therapeuten
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Behandlungsverfahren in der Psychiatrie, Psychologie und Psychosomatik

Die Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen erfolgt meist mittels Psychotherapie. Dabei handelt es sich um psychologische Therapieverfahren, bei denen keine Medikamente zum Einsatz kommen. Zu den häufigsten psychotherapeutischen Behandlungsmethoden gehören die Gesprächstherapie, die Verhaltenstherapie und die Psychoanalyse. Diese können sowohl im Rahmen der ambulanten, als auch der stationären oder teilstationären Psychotherapie zum Einsatz kommen.

Für die medikamentöse Behandlung psychischer und psychosomatischer Krankheiten stehen sogenannte Psychopharmaka zur Verfügung. Hierzu gehören beispielsweise Antidepressiva, Antidementiva und Antipsychotika.

Vertrauensvolles Arzt-Patient-Verhältnis als Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung

Bei der Behandlung psychischer Erkrankungen ist ein vertrauensvolles Arzt-Patient-Verhältnis der wichtigste Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Behandlung. Dies gilt hier noch mehr als in anderen Fächern, da die Patienten häufig unter starken Ängsten, großer Traurigkeit oder von ihnen selbst als „verrückt“ eingeschätzten Verhaltensweisen (z.B. Zwängen) leiden. Solche Gefühle oder „Verrücktheiten“ zuzugeben, ist häufig mit Scham verbunden und nur im Rahmen einer vertrauensvollen Beziehung möglich.

Eine effektive Behandlung kann jedoch erst eingeleitet werden, wenn der Arzt über die Problematik des Patienten umfassend und genau informiert ist. Wichtige Inhalte des ärztlichen Gesprächs, das meist eine zentrale Rolle in der Gesamtbehandlung vor allem im Krankenhaus spielt, sind Informationen hinsichtlich der Entstehung, der Symptomatik und der Behandlung der Krankheit.

Multiprofessionelle Therapie durch verschiedene Spezialisten

Psychische Erkrankungen haben immer psychische, organische (körperliche) und soziale Ursachen bzw. werden dadurch aufrechterhalten. Daher bedarf es bei deren Behandlung der Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Dies ist insbesondere in der Klinik der Fall, wo Ärzte, Psychologen, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Krankengymnasten, Sporttherapeuten und Musiktherapeuten zusammenarbeiten (sog. multiprofessionelles Team).

In der ambulanten Therapie arbeiten häufig Ärzte und Psychotherapeuten zusammen. Dabei übernimmt z.B. bei der Behandlung einer Depression der Arzt die medikamentöse Therapie, während der psychologische Therapeut die Psychotherapie durchführt. Beide kümmern sich gemeinsam um soziale Aspekte.

Unterscheidung verschiedener psychischer und psychosomatischer Spezialgebiete

  • Psychiater oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie: Psychiater haben Medizin studiert und im Anschluss an das Studium eine 4- bis 5-jährige Facharztausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie durchlaufen. Sie arbeiten in Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie, häufig aber auch in Psychosomatischen Kliniken. Sie behandeln das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen. Viele Psychiater haben sich jedoch auf die psychiatrische Tätigkeit mit dem Schwerpunkt der medikamentösen Behandlung und dem ärztlichen Gespräch spezialisiert, während andere nur psychotherapeutisch tätig sind.
  • Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: Diese Ärzte haben ebenfalls Medizin studiert und sich dann in Psychosomatischen Kliniken zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie weitergebildet. Sie arbeiten meist in Psychosomatischen Kliniken und sind in der Regel auch psychotherapeutisch tätig.
  • Psychologen: Psychologen haben Psychologie studiert und sich im Anschluss an das Studium psychotherapeutisch weitergebildet. Sie sind entweder psychotherapeutisch in eigener Praxis niedergelassen oder arbeiten in Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatischen Kliniken. Psychologen können keine Medikamente verschreiben, so dass dafür immer ein Arzt hinzugezogen werden muss.
  • Nervenärzte: Nervenärzte haben Medizin studiert und sich dann zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie weitergebildet. Heute sind Nervenärzte in der Regel mit dem Schwerpunkt Psychiatrie oder Neurologie tätig.
  • Neurologen: Neurologen sind Ärzte, die neurologische Erkrankungen diagnostizieren und behandeln. Die Neurologie befasst sich mit der Diagnostik, Therapie und Vorbeugung von organischen Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems, sofern eine psychische Symptomatik nicht im Vordergrund der Störung steht. Beispiele sind die Multiple Sklerose oder die Parkinson-Erkrankung.
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