EKT (Elektrokrampftherapie)


Die Elektrokonvulsions- oder Elektrokrampftherapie, abgekürzt EKT genannt, ist seit Mitte der 30er Jahre bekannt. Sie hat sich insbesondere bei Depressionen mit Wahnsymptomen und Depressionen, die nicht auf eine medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung ansprechen, als sehr gut und schnell wirkend erwiesen. Bei bisher unbehandelten Patienten erreicht die Elektrokonvulsionstherapie Besserungsraten von bis zu 90 Prozent. Bei Patienten, die auf medikamentöse Behandlungsversuche nicht angesprochen haben, liegt die Besserungsrate immer noch bei 50 bis 75 Prozent.

Gerät für die Elektrokrampftherapie
Gerät für die Elektrokrampftherapie

Was ist die Elektrokrampftherapie (EKT)?

Die Elektrokrampftherapie bzw. Elektrokonvulsionstherapie ist eine Behandlungsmethode, die bei besonders schweren und therapieresistenten Depressionen und Schizophrenien zum Einsatz kommt. Im Rahmen einer EKT-Behandlung wird durch wenige Sekunden andauernde Stromimpulse unter Kurznarkose ein epileptischer Krampfanfall ausgelöst.

Viele Menschen haben Vorurteile gegenüber der Elektrokrampftherapie, die wahrscheinlich darin begründet sind, dass die Patienten früher ohne Narkose behandelt wurden und die ausgelösten Krampfanfälle zum Teil zu erheblichen Verletzungen geführt haben. Heute ist die Elektrokrampftherapie ein sehr schonendes Verfahren, das in Kurznarkose durchgeführt wird und nur mit wenigen Nebenwirkungen einhergeht.

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Durchführung der Elektrokonvulsionstherapie

Bei der Elektrokonvulsionstherapie wird durch elektrische Stimulation des meist rechten Schläfenlappenbereichs ein epileptischer Krampfanfall ausgelöst, der etwa 30 bis 60 Sekunden anhält. In der Regel werden 6 bis 12 Sitzungen durchgeführt, wobei meist zwei Sitzungen pro Woche erfolgen.

Zeigen die einseitigen Behandlungen keinen ausreichenden Erfolg, können auch einige zweiseitige Stimulationen angeschlossen werden.

Die Elektrokrampftherapie erfolgt unter Kurznarkose und Muskelerschlaffung. Durch die Muskelerschlaffung äußert sich der epileptische Krampfanfall nicht durch Muskelzuckungen, sondern läuft nur im Gehirn ab. Dort wird er durch kontinuierliche Ableitung eines Elektroenzephalogramms (EEG) für den Untersucher sichtbar gemacht.

Nebenwirkungen der Elektrokrampftherapie

Als häufige und vorübergehende Nebenwirkungen der Elektrokonvulsionstherapie sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkater und meist leichtere Störungen des Gedächtnisses und der Merkfähigkeit beschrieben.

Vor der Durchführung der Elektrokrampftherapie müssen Begleiterkrankungen wie z.B. Lungenerkrankungen, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit und Herzrhythmusstörungen gut eingestellt sein, um das Narkoserisiko gering zu halten.

Nachbehandlung nach Abschluss der Elektrokrampftherapie

Nach dem erfolgreichen Abschluss einer EKT-Serie ist das Risiko eines Rückfalls in den ersten Monaten hoch. Um dieses zu verringern, erhalten die Patienten eine weitere medikamentöse Behandlung.

Eine alternative, derzeit noch in der Erprobung befindliche Therapieform besteht zudem darin, die EKT-Serie im Sinne einer Erhaltungs-EKT in größeren Abständen fortzusetzen. So werden beispielsweise zwei bis vier Mal in wöchentlichen, dann in zweiwöchentlichen Abständen und schließlich in monatlichen Abständen EKT-Behandlungen wiederholt.

Wirkungsmechanismus der Elektrokonvulsionstherapie

Obwohl bekannt ist, dass durch die EKT zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Gehirn beeinflusst werden, ist der genaue Wirkmechanismus der EKT bis heute unbekannt.